Karawane

Heute bin ich…

Eine Karawane.
Wenn’s so nicht geht, probier’s anders. Anders ist manchmal ganz schön schwer. Es ist bestimmt gut, es anders zu machen, wenn es auf bewährtem Weg nicht geht. Aber wie geht anders? Zu einem Plan B zu finden, kostet irgendwie auch Kraft. Und Kraft ist nicht immer das, was man vorrätig hat. Meine Speisekammer ist oft ziemlich leer.
Aber wenn die Speisekammer leer ist, dann gibt es ja immer noch die Möglichkeit des Mundraubes. Gelegenheitsnacks. Im Vorbeigehen schnabuliert.

Das große Fünf-Gänge-Menü kann ich heute wahrscheinlich nicht erwarten. Wie sieht es aus mit den kleinen Wegzehrungen? Danach muss man die Augen offenhalten. Auch wenn ich am liebsten sitzen bleiben würde. Ich gehe los und schaue mal nach den kleinen Kraftquellen, an denen ich meinen Durst löschen und meinen Hunger stillen kann.

Ich bin eine Karawane unter Zeitdruck. Die Sehnsucht ist groß, mir eine Oase zu suchen und dort zu bleiben. Aber ich muss bei Anbruch der Dunkelheit in der nächsten Stadt sein. Es hat wenig Sinn im Moment, von der Oase zu träumen. Vielmehr gilt es, behutsam auf meine Schritte zu achten, meine Kraft und meine Vorräte gut einzuteilen und die kleinen Quellen und Früchte am Wegesrand dankbar hinzunehmen.

Ich bin kein Verdurstender in der Wüste.
Ich bin eine Karawane.
Und ich gehe los.

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