Heute bin ich…
Gespannt wie ein Bogen, und wäre doch lieber der Pfeil. Da stellt sich mir aber direkt die Frage, was es ist, was mich unter diese Spannung setzt. In wessen Hand liege ich? Gerade sind es die ganzen To-Dos, die heute und die nächsten Wochen auf mich warten. Innere Erwartungen und Bilder, wie ich sein möchte. Aber auch Vorstellungen, wie dieses Jahr gestaltet werden sollte, um ein richtig gutes und gelungenes Jahr zu sein.
Ich hab ein bisschen Angst, dass der Bogen überspannt wird und der Pfeil sein Ziel verfehlt. Kann ich die Bilder, Vorstellungen und Ideale loslassen? Ist mein Leben auch okay, wenn in der Wohnung erstmal noch Unordnung herrscht? Wenn wir die Geschenke und Überbleibsel von Weihnachten nicht direkt aufräumen?
In mir steigt ein Bild auf, ein Gedanke, den ich nicht sofort einordnen kann. Ist es die Sehnsucht nach Sicherheit, die mich zu dieser Vorstellung kommen lässt? Ist es Gottes Sprechen? Gott spricht nicht Druck, sondern Ermutigung. Ich sehne mich danach, als Bogen, als Pfeil nicht in den Händen meiner Erwartungen zu liegen, sondern in Gottes starken und sanften Händen. Ein Bogen verfehlt schließlich auch seinen Sinn, wenn er gar nicht erst gespannt wird, nur um nicht überspannt zu werden. Aber ich spüre die warmen Hände Gottes, die mich umschließen, spannen, abschießen. Ich fliege durch die Luft, suche nach dem Ziel, das ich treffen soll. – Aber das ist ja Quatsch. Nur der Schütze muss wissen, welches Ziel er treffen will. Der Pfeil fliegt. Der Bogen lässt sich spannen.
Ich glaube, eine gewisse Grundspannung ist gut. Aber ich will nicht in den Händen meiner Ideale liegen, die an mir zerren und den Pfeil wirr durch die Luft schwirren lassen. Ich will von der Liebe sanft und mit Kraft geführt werden, mich von der Freude, von Mut und von Liebe leiten lassen. Fokussiert darauf, wie der Bogen gespannt wird, nicht fixiert auf das Ziel.
Das Ziel ist Gottes Aufgabe.