Heute bin ich…
zerstreut. Mein Kopf und mein Herz – aufgeteilt in viele kleine Einzelteile und vom Wind verstreut in alle Richtungen. Ah, dort liegt ein Teil meiner Gedanken bei meinem Laptop, da muss dringend eine Datensicherung gemacht werden. Und dort, bei den Wasserfarben. Da finde ich ein Stück meines Herzens, – ich wollte doch einem Freund eine Karte malen. Und wo ich gerade dort bin, einer Freundin wolle ich auch noch schreiben und sie fragen, wie es ihr geht. Um mich herum liegen all die kleinen Stückchen wie Puzzleteile. Und ich springe hin und her – nicht im Dreieck, nein, das ist ein Unendlicheck. Müde vom Zusammensuchen und Zusammenhalten lasse ich mich auf meinen Sessel fallen. Diese zerstreuten Puzzleteile bekomme ich ja doch nicht verbunden, zerstückeln sie sich schließlich ständig weiter und neue kommen hinzu.
Auf dem Sessel versuche ich mich zu sammeln. – Mich, nicht die Puzzleteile meines Alltags. Mein Atem hilft mir, mich zu konzentrieren. Langsam setzen sich Kopf und Herz wieder zusammen. Die Aufgaben bleiben dort liegen, wo sie schon vorher waren. Aber ich bin wieder ganz. Denn nur wenn ich ganz bin, kann ich meine Kraft bündeln. Nur wenn wenigstens ich gesammelt bin, kann ich Stück für Stück die zerstreuten Puzzleteile einsammeln.