So nimm denn meine Hände…Das Gefühl hatte ich auch, als ich dieses Lied umgeschrieben habe – dass Gott meine Hände genommen hat. Denn an dem Morgen war ich eigentlich völlig übermüdet. Ich hatte viel zu wenig geschlafen, um Klavier zu spielen, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es mal wieder dran sei, ein neues altes Lied auszuprobieren.
Als mein Großvater vor einigen Wochen im Sterben lag, hat er sich dieses Lied gewünscht. Und so hab ich es mir vorgenommen, durchgelesen und es hat mich berührt. Ich finde, es passt auch zu dem Jahresanfang eines solchen Jahres, wo man noch nicht so richtig weiß, was kommt. Noch weniger als sonst.
Aber hört selbst… 🙂
- So nimm denn meine Hände und führe mich
bis an mein selig Ende und ewiglich.
Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt:
wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit. - In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz
und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz.
Lass ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind:
Es will die Augen schließen und glauben blind. - Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht,
du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht:
So nimm denn meine Hände und führe mich
bis an mein selig Ende und ewiglich!
Text: Julie Hausmann (1862)
Melodie: Susanna Gärtner (2020)
Gesang: Susanna Gärtner und Johannes Grabenstein