Pommes rot-weiß

Sommer, Sonne, Freibad, Pommes, Wärme… Moment mal – bin ich in der falschen Jahreszeit gelandet? Nee, ich glaube nicht. Also klar, es ist Winter. Aber ich möchte euch trotzdem auf ein paar Sommergedanken einladen.
Beim Thema Weihnachten denke ich gerade an Pommes rot-weiß… Vielleicht meint ihr, ich sei jetzt schon wieder auf der falschen Fährte. Es sollte eher um Gänsebraten, Rouladen und Raclette gehen? Naja, ihr werdet hoffentlich gleich verstehen, was ich meine…

Pommes rot-weiß also. Viele von euch kennen vielleicht noch diese Vorfreude, wenn man vor dem Freibadbesuch von den Eltern ein 2€-Stück in die Hand bekommen hat, damit man sich im Freibad noch eine Pommes holen kann. Pommes rot-weiß. Für mich als Kind war das immer ein Fest.

Pommes rot-weiß an Weihnachten, das wäre doch etwas Einfaches (meiner Mutter zumindest würde das viel Stress ersparen=D), etwas Unerwartetes, etwas Neues. Genau so ist auch die Botschaft von Jesus: Sie ist unerwartet, ganz neu. Und manche halten sie auch für etwas unpassend. Weihnachten soll doch festlich sein. Da kann man doch nicht einfach so Kartoffelstäbchen auf den Tisch stellen! Doch ist es nicht genau das, was wir an Weihnachten feiern? Pommes rot-weiß gibt es an fast jeder Imbissbude, zu der jeder, der vorbeikommt, Zutritt hat. Ins Sternerestaurant darf nicht jeder rein. Bei der Imbissbude wird keiner abgewiesen. Jesus weist niemanden ab, der zu ihm kommen will. Er kommt zuerst zu den einfacheren Leuten, zu den Normalos. Auch Gourmets sind herzlich willkommen, aber schon im Neuen Testament ist auch zu sehen, dass es für diese oft Überwindung kostet, dafür ihre Specialmenüs aufzugeben (Markus 10,17-22). Jesus lädt uns ein, mit ihm zu feiern – und mit ALLEN anderen.
Wie feiert ihr Weihnachten? Wie sieht Weihnachten (vielleicht auch in Nicht-Corona-Zeiten) in euerer Gemeinde aus? Kann jeder mitfeiern oder gibt es doch Hindernisse? Fällt es sehr auf, wenn man nicht die tadellose Festkleidung trägt? Wenn man mit den Traditionen nicht bis ins Detail vertraut ist?

Pommes rot-weiß ist bei mir verbunden mit heißem Boden, Chlorgeruch und Kindergeschrei – und mit ganz viel Sonne. Gerade deshalb finde ich es gar nicht so unpassend, jetzt nicht über Gänsebraten zu schreiben, sondern über dieses Schälchen Sommergenuss. Denn auch hier gibt es eine schöne Parallele zu dem, was wir an Weihnachten feiern: Dass Jesus uns Licht bringt in die Dunkelheit. Sommergedanken in winterlichen Nebelschwaden. Hoffnung statt Verzweiflung.
Wo siehst du gerade schwarz? Wo wünschst du dir, dass deine dunklen Gedanken aufgebrochen werden?

Herr,
lass mich diesen Tag betrachten
mit Gedanken des Lichts und nicht Gedanken der Dunkelheit.
Zieh mich mit
mit deiner mitreißenden Art,
deiner Freude, Energie und Schöpferkraft.
Amen.

Dieses Gebet habe ich geschrieben, um das Licht, das Jesus in die Welt gebracht hat, auch in meinen Tagen zu sehen. Und um selbst dann Licht zu sein.
Wie kannst auch du Licht sein für jemanden anderen? Wie kannst du – wie Pommes rot-weiß im Sommer – eine kleine Freude verschenken?

Mit diesen Sommergedanken wünsche ich euch helle, hoffnungsvolle und überraschende Weihnachten!

Wie ihr wahrscheinlich gesehen habt, ist die liturgische Farbe für Weihnachten weiß. Warum also Pommes rot-weiß? Es stimmt, Weihnachten ist ein Christusfest und damit weiß. Aber am zweiten Weihnachtsfeiertag ist auch Stephanstag. Stephanus gilt als erster christlicher Märtyrer (er ist ermordet worden, weil er den Glauben an Jesus verkündet hat) und an Tagen für Märtyrer wird als Zeichen für ihr vergossenes Blut und ihre Bedeutung für die Kirche die Farbe Rot verwendet. In den katholischen Kirchen in Deutschland ist am Stephanstag auch ein Gebetstag für verfolgte Christen.
Wenn ihr lesen wollt, wer Stephanus war, lest doch mal Apostelgeschichte 6,1-15 und 7,54-60.
Wenn ihr auch am 26.12. für verfolgte Christen beten wollte, schaut mal auf www.opendoors.de vorbei.

Bild von Mona El Falaky auf Pixabay

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