In Gottes Namen fang ich an

Nach Wochen bin ich nun mal wieder dazugekommen, ein Lied umzuschreiben und aufzunehmen.
Für so ein Projekt brauche ich einen freien und klaren Kopf – den ich jetzt in der Zwischenprüfungs-zeit nicht immer habe. Außerdem schreibe ich die Melodien nicht selbst. Ich nehme sie aus Gottes Hand. Und wenn ich nicht konzentriert zuhöre – nun, dann höre ich halt auch nichts. Manchmal schreibe ich eine Melodie und merke, dass es noch nicht die richtige ist. Dann muss ich das Lied noch einmal zur Seite legen und warten. Nach zwei Wochen Urlaub bin ich so weit runtergekommen, dass ich doch die Gitarre zur Hand genommen habe und ein Lied, das sehr gut in diese Zeit passt.

Es ist kein „Gottesdienstlied“. Dieses Mal ist es so richtig ein „Alltagslied“. Ich singe es gerade oft zur Motivation, bevor ich mich an den Schreibtisch setze. Denn auch wenn ich Theologie studiere: Ich muss mich auch sehr oft daran erinnern, für wen und vor allem MIT WEM ich das tue. „In Gottes Namen fang ich an.“
Ich bin froh, dass ich studieren kann. Ich bin froh, dass ich ein gewisses Maß an Disziplin aufbringen kann. Aber das ist wirklich nicht mein Verdienst. Aus eigener Kraft schaffe ich nur ein paar Stunden. Gott hilft mir durchzuhalten, auch wenn es zäh wird.

Jetzt nach dem Sommer geht für viele die Arbeit wieder los. Deshalb will ich dieses Lied mit euch teilen, damit wir gemeinsam – wo auch immer wir arbeiten – mit Gottes Hilfe und aus Seiner Kraft das tun, was wir tun. Zu Seiner Ehre.

1) In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun gebühret;
mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet.
Was man in Gottes Namen tut, ist allenthalben recht und gut
und kann uns auch gedeihen.

2) Gott ist’s, der das Vermögen schafft, was Gutes zu vollbringen;
er gibt uns Segen, Mut und Kraft und lässt das Werk gelingen;
ist er mit uns und sein Gedeihn, so muss der Zug gesegnet sein,
dass wir die Fülle haben.

4) Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken,
lass du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken;
gib dein Gedeihen selbst dazu, dass ich in allem, was ich tu,
ererbe deinen Segen.

5) Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden,
dass das, was du mich schaffen heißt, gescheh‘ mit lauter Freuden;
auch dass ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei
und meinen Nächsten liebe.

Text: Salomo Liskow
Melodie: Susanna Gärtner

(Ich wurde von meinem Freund darauf hingewiesen, wie schwierig das Wort „Müßiggang“ ist. Nicht unbedingt sprachlich – das auch -, sondern dass in der Zeit nach der Reformation sich insbesondere Protestanten nicht wirklich mit Ruhm bekleckert haben. Ich hatte da auch noch was in Erinnerung (ihr wisst ja, Kirchengeschichte ist nicht mein Glanzfach), hab es dann aber auch nochmal nachgelesen: Weil das damals ein so wichtiges Ziel war, „den Müßiggang zu meiden“, weil die Arbeit einen so hohen Stellenwert hatte, wurden Bettler oft nicht mehr anerkannt, wurden in Arbeitshäusern interniert, weil „Müßiggang“, nicht zu arbeiten, als Sünde galt…Ich bin mir dieser Bedeutung bewusst und finde schlimm, zu was die (übermäßig) positive Einstellung zur Arbeit geführt hat. Trotzdem mag ich diese Strophe. Ich selbst verbinde mit „Müßiggang“ das heute so moderne Wort „Prokrastination“. Besonders Studenten kennen das gut. Wir suchen jede mögliche Beschäftigung, so sinnlos sie auch sei, um der Arbeit zu entgehen. Ich beantworte dann Nachrichten, Lese, spiele Gitarre, putze, schaue einen Film, … Und ja, ich brauche Gottes Hilfe, um mich zu konzentrieren und trotzdem zu arbeiten. Und damit dem Ziel, das er mit mir hat, näherzukommen.)

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