Endlich ist es so weit und ich darf dieses Lied hochladen – das erste NICHT von Paul Gerhardt! Nach all dem Organisatorischen, das es zu erledigen galt, bin ich umso glücklicher, dass es jetzt klappt. Warum war bei diesem Lied alles anders? Hier möchte ich euch gerne mit hineinnehmen in dieses Projekt, und was damit zusammenhängt.
Eigentlich ist das gar nicht so mein Ding – also das Texteschreiben, Liederdichten und so schon, aber nicht, das Ganze dann online zu stellen und quasi zur öffentlichen Kritik Preis zu geben. Aber letztes Jahr im November hat es mich gepackt. Ich hatte schon eine Weile mit dem Gedanken gespielt, diese Lieder anderen zugänglich zu machen, wusste aber nicht wie – und dann kam die Idee für Blütenkraft. Mit den Paul Gerhardt Liedern war auch alles kein Problem, für diese Texte gibt es keine Lizenzen mehr, weil er ja schon lange nicht mehr lebt. Nun habe ich aber ein weiteres Lied umgeschrieben – von 1968. Tjaaaa…Und auf meine Rückfrage beim Evangelischen Sängerbund erfuhr ich, dass die Lizenz für den Text 30€ kosten würde. Wollte ich wirklich schon Geld investieren? Bisher steckt Blütenkraft ja noch in den Kinderschuhen. Bin ich schon soweit? Diese Fragen gingen mir im Kopf herum. Aber mir wurde klar, dass, wenn ich wirklich glaube, dass Gott mir den Elan gegeben hat, das Projekt anzufangen, ich auch diesen Glaubensschritt tun soll, weiterzugehen, Ihm zu vertrauen, dass es gut wird. Also schrieb ich dem Evangelischen Sängerbund, sie sollen mir den Vertrag zukommen lassen und berichtete von meinem Projekt, woraufhin diese entschieden, mir die Lizenz zum halben Preis zu geben. Das war für mich ein klares Zeichen! 🙂
Der Text von „Komm in unsre stolze Welt“ von Hans von Lehndorff hat mich vor einem halben Jahr im Gottesdienst tief beeindruckt. Es ist ein Gebet, das mir aus dem Herzen spricht. Ich hoffe, dass ihr miteinstimmt und dass Macht und Geld, Hass und Feindessinn überwunden werden können. Dass aus unserem Überfluss anderen Rettung geschaffen werden kann, weil wir unsere Herzen erweichen lassen. Dass wir von Gott den Mut bekommen, durch Lärm und Streit zu seiner Ewigkeit zu gelangen. Dass wir wegkommen von unserem dauernden Konsumdenken hin zur Versorgung durch Gott. Dass Seine Wahrheit unser Herz erleuchte.
Ich bin sehr dankbar, dass ich die Lizenz bekommen habe und den Text hier zeigen kann. Bitte kopiert ihn nicht oder so. Wenn ihr ihn lesen wollt, steht er im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 428 und eben hier. Und jetzt viel Spaß beim Anhören!
- Komm in unsre stolze Welt, Herr, mit deiner Liebe Werben. Überwinde Macht und Geld, laß die Völker nicht verderben. Wende Haß und Feindessinn auf den Weg des Friedens hin.
- Komm in unser reiches Land, der du Arme liebst und Schwache, daß von Geiz und Unverstand unser Menschenherz erwache. Schaff aus unserm Überfluß Rettung dem, der hungern muß.
- Komm in unsre laute Stadt, Herr, mit deines Schweigens Mitte, daß, wer keinen Mut mehr hat, sich von dir die Kraft erbitte für den Weg durch Lärm und Streit hin zu deiner Ewigkeit.
- Komm in unser festes Haus, der du nackt und ungeborgen. Mach ein leichtes Zelt daraus, das uns deckt kaum bis zum Morgen; Denn wer sicher wohnt, vergißt, daß er auf dem Weg noch ist.
- Komm in unser dunkles Herz, Herr, mit deines Lichtes Fülle; daß nicht Neid, Angst, Not und Schmerz deine Wahrheit uns verhülle, die auch noch in tiefer Nacht Menschenleben herrlich macht.
© (Text) Evangelischer Sängerbund e.V., Wuppertal
Text: Hans Graf von Lehndorff Melodie: Susanna Gärtner
Der Text „Herr, erbarme dich. Christus, erbarme dich.“ wurde von mir eingefügt.
Ein Kommentar zu “Komm in unsre stolze Welt”