Gib dich zufrieden und sei stille

Was für seltsame Zeiten. Und was für beängstigende Nachrichten, die jeden Tag eintrudeln. Letzte Woche hat mich die Nachrichtenflut regelrecht überwältigt. In dieser Situation kam mir mal wieder mein Konfirmationsvers in den Sinn:

„Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Denn ER ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz, dass ich gewiss nicht fallen werde.“

Psalm 62,2+3

Gerade in dieser Zeit darf und kann ich mir bewusst machen, dass Gott größer ist als alles, was gerade auf uns einstürmt. Auch wenn es drunter und drüber geht, ist ER Fels, Hilfe, Schutz. Das heißt nicht, dass mir nichts passieren wird. Aber es bedeutet, dass meine Seele aufgehoben und gehalten ist. Äußerlich mag man mich einschränken können, aber meine innere Freiheit kann mir niemand nehmen. Ich weiß nicht, was bei euch gerade alles passiert. Die Krise bringt viel Veränderung und Schwierigkeiten, und gleichzeitig sind ja die Probleme, die wir davor hatten, nicht einfach weg.

In diese Lage möchte ich das Lied von Paul Gerhardt singen: „Gibt dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens.“ (EG #371) ER kennt alle Sorgen und Nöte, ER kennt die Zeit. ER hält dich und gibt dir Frieden.

1) Gib dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens!
In ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens;
Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne.
Gib dich zufrieden!

2) Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens;
wo er steht, tut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens.
Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen.
Gib dich zufrieden!

3) Wie dir’s und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen;
er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen.
Er zählt den Lauf der heißen Tränen und fasst zuhauf all unser Sehnen.
Gib dich zufrieden!

4)Wenn gar kein einz’ger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen,
alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen.
Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dir’s abzunehmen.
Gib dich zufrieden!

5) Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen,
und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen.
Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten.
Gib dich zufrieden!

9) Sprich nicht: „Ich sehe keine Mittel, wo ich such, ist nichts zum besten.“
Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten.
Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, tritt er herzu, uns wohl zu führen.
Gib dich zufrieden!

15) Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen,
die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen,
da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen:
„Gib dich zufrieden!“

Text: Paul Gerhardt
Melodie: Susanna Gärtner


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